Neuntöter – Der Name ist Programm

Der Neuntöter – Lanius collurio ist ein Vogel aus der Familie der Würger. Eine andere gebräuchliche Bezeichnung ist deshalb auch Rotrückenwürger. Artikelbild-NeuntöterEr ist in Mitteleuropa der häufigste Vertreter seiner Familie der Würger, und gleichzeitig der kleinste dieser Gattung. Sein Lebensraum sind halboffene Landschaften mit vorkommen von Hecken und Büschen. Die Brut findet meistens in Dornenbüschen statt.

Nun wie kommt der kleine, hübsch anzusehende Vogel zu solch Nahmensehren wie Neuntöter ? Dieser Name bezieht sich auf den älteren Volkstümlichen Glauben, daß er erst neun erbeutete Insekten auf Dornen aufspießt bevor er sie verspeist. Nun, so ganz falsch ist diese Annahme wiederum nicht. Er erbeutet wirklich hauptsächlich Insekten und spießt sie sogar zu Vorratszwecken auf. Dass es gerade neun Stk. sind kann man aber nicht belegen 😉

Nun zum eigentlichen Beweggrund diesen Blog zu verfassen. Die vorher genannten Verhaltensweisen waren mir natürlich bis dato bekannt, aber sehen kann man daß eher selten. Hier und da entdeckt man mal ein aufgespießtes Insekt, oder sieht sogar den Würger mit einer Fliege oder Schrecke im Schnabel. Was ich an diesem Tag beobachten durfte, sollte meine zukünftige Meinung von diesem kleinen gefiederten Freund nachhaltig verändern.

Beim Raub oder Schwarzstirnwürger schon gesehen oder davon gelesen, aber der ist doch um einiges größer als unser kleiner Lanius collurio. Der kleine Neuntöter jagd MÄUSE……

Ich saß im Auto, Bohnensack aufgelegt, und das 500er darauf. Nichts besonderes zu sehen. Dann rechts im Augenwinkel ein Schatten der in die Hecke vor mir hineinhuscht. Angestrengt versuchte ich etwas zu erkennen in dem recht verwachsenen Gebüsch. Dann sah ich es. Tatsächlich ein männlicher Neuntöter mit einer Maus im Schnabel, die ungefähr zwei drittel seiner Körpergröße hatte und er versuchte wirklich die Maus auf einer großen Dorne aufzuspießen. blog1-1

Die Cam gedreht, verd…, keine freie Sicht. Ich rutschte angestrengt am Sitz hin und her, verschob meine Ausrüstung, bis ich endlich durch die Zweige und Blätter das erste Bild machen konnte. blog2-22

Durch den Sucher sah ich wie der Vogel mit Nachdruck des Schnabels den kleinen Nager auf der Dorne fixierte. Abgedrückt……   Nachdem er ein paar Rufe abgesetzt hatte, begann der Neuntöter zu fressen. Er begann am Kopf, als wollte er an das beste Stück herankommen. Kein schöner Anblick, aber so funktioniert der Kreislauf der Natur.

 

 

Als er sein Ziel erreicht hatte, Mit dem „Leckerbissen“ im Schnabel schaute er kurz zu mir, und flog in die benachbarte Hecke.

 

 

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Kaum vom Ast abgehoben, landete Frau Neuntöter am Ast, und begann ebenfalls zu fressen.Nach ein paar Augenblicken war ihr dann doch nicht ganz wohl unter meiner Beobachtung und sie zog die Maus von der Dorne, blog1-4und hüpfte weiter ins Dickicht.

Dabei fiel ihr die Beute hinunter, was sie mit aufgeregtem Ruf kommentierte.blog1-5

Auf den Boden nachgehopst, schnappte sie die Maus und flog in das selbe Gebüsch wie das Männchen zuvor. Ich nehme an daß sie im Nachbargestrüpp damit den Nachwuchs versorgten. Um nicht weiter zu stören entschloß ich mich dem vermeintlichen Geschehen nicht weiter nachzugehen. Ich glaub das war der Zeitpunkt an dem ich wieder zu Atmen begann 😉 Dann das erste mal am Display einen vorsichtig, zögerlichen Blick gewagt…….

Das Ergebnis seht ihr hier an den Bildern. Um schön freigestellte Aufnahmen vom Geschehen zu machen, war das Gebüsch leider einfach zu dicht u verwachsen. Es sind für mich aber wunderbare Dokuaufnahmen geworden, an denen ich selbst viel Freude habe. Auf jeden Fall sehe ich Heute den Neuntöter mit etwas anderen Augen. Dieses Erlebnis selbst werde ich wohl nicht mehr vergessen, wo ich doch jetzt weiß, warum der Neuntöter, Neuntöter heißt….