Helgoland – Mai 2014 – Teil 1

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Vor 3 Jahren hatte ich das erste mal eine Helgolandreise geplant, aber immer war etwas dazwischen gekommen. Für Heuer war es wieder fix eingeplant, und gemeinsam mit meinem guten Fotofreund Christoph Ruisz, hat es diesmal auch wirklich geklappt.

Teil 1 – gibt einen Überblick über die Vogelwelt auf Helgoland, im Teil 2 werden dann Seehunde und Kegelrobben vorgestellt.

Ich werde jetzt nicht jeden einzelnen Tag extra abhandeln, und gebe statt dessen einen Überblick über die Möglichkeiten an Motiven die zu dieser Jahreszeit voraussichtlich vorzufinden sind. Einleitend noch kurz die Anreise im Überblick.

Abreisetag war der 3. Mai. Mit der Bahn ging es erstmal von Wien West 9 Std. bis Hamburg Harburg. Dort umgestiegen wieder mit der Bahn 1,5 Std nach Cuxhafen. Vom Bahnhof mit dem Taxi 5min. zum Hafen, dort Gepäck einchecken, und mit der Fähre, dem Katamaran „Halunderjet“ 1,5 Std. auf die Insel Helgoland, die ca. 70km vom Festland entfernt in der Nordsee liegt. Das Gepäck in Empfang genommen, machten wir uns abschließend zu Fuß auf den Weg in unsere Pension im „Oberland“. Alles in allem, inkl. Wartezeiten beim Umsteigen, dauerte die Anreise 16 Std. Das Wetter bei der Ankunft war viel besser als es die Vorhersage prognostizierte, also auf zur kleinen Fähre „WITTE KLIFF“ Richtung Düne. Die Überfahrt dauert nur 5min. und kostet inkl. Rückfahrt 5€.

Die erste Vogelart die mir auf der Insel „Düne“ am Strand begegnete waren die Eiderenten (Somateria mollissima). Man findet sie auch häufig im Hafengebiet der Hauptinsel, wo sie allerdings nicht so elegant zu fotografieren sind.

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Man kann sie beim Rasten, Schwimmen, der Gefiederpflege oder im Flug beobachten, lohnende Motive sind genug vorhanden.

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Nächster Vertreter der Vögel auf Helgoland ist ein kleiner quirrliger Geselle, der Sandregenpfeifer
(Charadrius hiaticula)

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Immer in Bewegung und umhersuchend. Die besten Bilder gelingen aus der „Sandfloh“ Perspektive, umso tiefer desto besser 😉

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Einer der beiden bekanntesten Bewohner auf Helgoland ist natürlich der Basstölpel (Morus bassanus). Vorwiegend auf der Hauptinsel im Klippenbereich der „Langen Anna“ zu beobachten, aber auch etwas weiter draußen am Meer kann man den gewalltigen Flieger mit bis zu 180 cm Spannweite beobachten.

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Hier kann man beim fotografieren so richtig kreativ werden. Portraits, Flugaufnahmen, Streitereien und vieles mehr kann man hier beobachten und auf chip bannen.

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Wenn man Glück mit dem Wetter hat, kann man versuchen die Abendstimmung in Verbindung mit Flugaufnahmen zu bringen….

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….oder „wischen“ wenn es mal trüb ohne Licht ist.

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Oder man sucht sich für seine Aufnahmen einfach einen passenden Hintergrund. Farblich gibt Helgoland einiges her.

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Auch Detailaufnahmen haben ihren Reiz.

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Die Trottellumme (Uria aalge) ist der zweite Typische Vertreter der Vögel auf Helgoland. Sein Name rührt vom „trotteligen watschelnden“ Gang her. Sie laufen auf den Fußwurzeln.

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Hier wird gezankt, gestritten und das „Revier“ ein in der Regel winziger Felsvorsprung, gegen die Basstölpel verteidigt. Diese verdrängen leider immer mehr die restlichen Felsbrüter. Man kann auch Flugaufnahmen versuchen, ist zugegeben aber eine harte Nuß die es zu knacken gibt. die kleinen Lummen, eigentlich Anatomisch nicht gerade zum Superflieger ausgestattet, flitzen mit ihren schmalen Flügeln regelrecht durch die Gegend. Nach einiger Übung und Studium der Fluggewohnheiten der kleinen „Pinguine“ gelingen aber dann doch Aufnahmen.

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…oder im Landeanflug.

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Hier eine typische Felsbrutwand. Hier findet man Dreizehenmöwen, Lummen und mit etwas Glück auch den Tordalk. Zu ihm komme ich noch.

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Der Tordalk (Alca torda) Ist leider kein sehr häufiger Brutvogel mehr auf Helgoland. Die Brutkolonie erlosch in den 1950ern, und aktuell gibt es ca 10-15 Brutpaare. Schade für uns Vogelfreunde, ist er doch ein sehr hübscher Vertreter der „Alkenvögel“ Mit etwas Glück gelang mir aber doch ein Flugbild dieses seltenen Gastes.

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Hier ist schnelle Reaktion gefragt, sie fegen Pfeilschnell durch die Luft und übers Wasser.

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Ein Tordalk Pärchen in der Felswand. Aufgrund der großen Entfernung kann ich hier leider nur ein dokumentarisches Foto bieten.

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Rauchschwalben (Hirundo rustica) sind häufig anzutreffen. Sowohl auf der Hauptinsel, als auch auf der Düne kann man sie zahlreich beobachten und fotografieren.

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Brandseeschwalben (Sterna sandvicensis) sieht man am ehesten an den Ufern der Düne.

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Pfuhlschnepfen (Limosa lapponica) trifft man ebenfalls an den Stränden

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Nun komme ich auf den nächsten häufigen Vertreter der Vögel – die Möwen, und da im speziellen die Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla).
Sie brüten ebenfalls in den Felsnischen, und es ist schon erstaunlich wie wenig „Sitzfläche“ sie benötigen.

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Die Mantelmöwe (Larus marinus) ist ebenfalls in großer Anzahl zu beobachten. Hier genügen wie auch bei den Baßtölpeln schon kürzere Brennweiten um Formatfüllende Portraits zu erlangen. Sehr neugierig und mit wenig Scheu nähern sie sich oft bis auf wenige Meter. Mit längeren Brennweiten lassen sich dann auch schöne Landeszenen festhalten.

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Der Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) ist ein Interessanter Vertreter der Sturmvögel. Sein ungewöhnlicher Schnabel mit den nach vorne verlängerten Nasenlöchern, ist sein größtes Erkennungsmerkmal, und ich hab mich sehr gefreut die Möglichkeit für ein Bild bekommen zu haben.

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Als letzte Vogelart in diesem Bilder Blog, zeige ich euch meine Begegnungen mit dem Austernfischer. (Haematopus ostralegus) Am häufigsten ist er am Strand der Düne auszumachen, wo sie sich paarweise, oder in kleineren Gruppen bewegen.

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Da kommt es dann schon mal zu Balzkämpfen unter den Männchen, um einen Nebenbuhler zu vertreiben. Mit etwas Glück kann man hier einige Actionbilder abstauben 😉 .

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Mit diesem Bild der beiden Streithähne möchte ich den ersten Teil meiner kleinen Helgoland Bilderreise ausklingen lassen.
Natürlich gab es noch eine Menge anderer Arten zu sehen, aber entweder aufgrund der großen Entfernung oder mangelnder Qualität der Bilder durch Hitzeflimmern, gebe ich hier nur eine kleine Auflistung der beobachteten Vögel:
Steinschmätzer, Steinwälzer, Star, Amsel, Wanderfalke, Mittelmeermöwe, Spatz/Sperling, Taube…

Vielleicht habe ich mit diesem Bericht ja dem einen oder anderen dieses „Galapagos Europas“ ein wenig schmackhaft machen können, empfehlen kann ich es jedem Naturliebhaber uneingeschränkt. Übrigens „schmackhaft“, Auf Helgoland kann man in den Restaurants hervorragend essen. Herauszuheben sind natürlich Gerichte aus dem Speiseplan der Nordsee. Die Preise sind von „moderat bis angemessen“.
In Teil 2 (folgt in Kürze) werde ich ein paar Eindrücke von den Seehunden und nicht zuletzt den Kegelrobben zeigen. Sie alleine wären es schon Wert Deutschlands einzige Hochseeinsel zu besuchen. Bei Fragen zur Fotografie im Frühling/Mai auf Helgoland, könnt ihr mich gerne kontaktieren, aber auch über ein Feedback würde ich mich sehr freuen. Wir sehen uns bei den Robben !

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